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Familien der Pflanzen
 

Um Pflanzen und Tiere leichter einteilen und damit auch leichter und sicher bestimmen zu können, wurden nach Art eines Stammbaumes verschiedene Arten immer weiter zusammengefasst.

Die Art ist die kleinste Einheit, zum Beispiel der Ingwer (Zingiber officinalis), ihr folgt die Gattung (Zingiber) in der mehrere Arten zusamengefasst sind. Mehrere Gattungen werden zur Familie der Ingwergewächse zusammengestellt (Zingiberaceae), mehrere Familien sind zu einer Ordnung vereinigt, hier die Zingiberales, mehrere Ordnungen wiederum einer Klasse, hier der Einkeimblättrigen (Monokotolydonae). Diese Einordnungen beruhten auf den Merkmalen, die die Pflanzen in den jeweiligen Arten, Familien, Ordnungen und Klassen zeigten. Zu den Merkmalen gehören die Form, Anzahl und Anordnung der Blütenorgane wie Kelchblätter (umschließen die Blüte), Blütenblätter (meist buntgefärbte Schaublätter), Staubblätter (Staubgefäße mit Pollen) und Fruchtblätter (enthalten die Samen nach der Befruchtung) und vieles andere. Heute wird diese Zuordnung durch die Genanalyse aufgebrochen, unter anderem werden viele Kleinarten und sogenannte Ökotypen (Anpassungsformen an spezielle Umweltbedingungen) unterschieden, was besonders für Geländebotaniker die Arbeit erschwert (denn noch kann kein Genlabor zur Analyse des Erbguts mit ins Gelände genommen werden).

Bei den Einkeimblättrigen ist beim Keimling nur ein einzelnes Keimblatt vorhanden (z.B. die Gräser), dagegen besitzen die Zweikeimblättrigen immer ein Keimblattpaar (z.B. Kresse).

 

Hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Familien der hier vorgestellten Kräuter und Gewürze:

 

Apiaceae: Doldenblütler, eine Familie in der die Blüten zu einer Art "Schirm" oder "Doppelschirm" (viele "Schirmchen" zu einem "Schirm" vereinigt) vereinigt sind. Die Arten dieser Familie zeichnen sich durch einen Reichtum an ätherischen Ölen aus, die sowohl in den Blättern, den Stengeln oder auch den Samen lokalisiert sein können. Hierher gehört zum Beispiel der Fenchel oder der Sellerie. Es gibt in dieser Familie auch zahlreiche giftige Arten wie den Schierling oder Photoallergie auslösende Arten wie der Riesenbärenklau. Daher ist beim Sammeln in der Natur Vorsicht geboten.

 

Asteraceae: Köpfchenblütler, auch Körbchenblütler genannt, eine Familie, in der die einzelnen Blüten zu Köpfchen zusammengefasst sind. Die äußeren Blüten können dabei eher zungenförmig gestaltet sein und so eine "normale" Blüte vortäuschen. Neben ätherischen Ölen weist die Familie viele andere Inhaltsstoffe auf, die einige Arten zu guten Heilpflanzen oder auch Gemüse machen (z.B. Beifuß, Estragon, Kamille, Artischocke und viele andere mehr).

 

Boraginaceae: Rauhblattgewächse, eine Familie, in der die Arten eine steife und rauhe Behaarung aufweisen. Die Früchte besitzen eine spezielle Form, sie sind wie die Stücke einer Torte geteilt und angeordnet, allerdings mit insgesamt nur 4 Teilfrüchten. Neben Boretsch gehört das Vergißmeinnicht zu den Rauhblattgewächsen.

 

Brassicaceae: Kreuzblütler, eine Familie, in der die Staubbeutel und die Blütenblätter kreuzförmig angeordnet sind. Die Familie enthält senfölartige Verbindungen, die einige Arten zu geschätzten Pflanzen zum Würzen machen wie Senf oder zu Salaten wie Brunnenkresse oder den Feldsalat beziehungsweise Rapunzel, hierher gehören auch alle Kohlarten.

 

Caprifoliaceae: Geißblattgewächse, eine Familie mit Stauden oder verholzten Pflanzen, hier in Europa meist Sträucher (Schneeball, Geißblatt).

 

Crassulaceae: Dickblattgewächse, eine Familie mit verdickten, wasserspeichernden Blättern, z.B. Fetthennen und Hauswurz.

 

Capparaceae: Kaperngewächse, meist subtropische Holzgewächse, z.B. Kapern.

 

Cupressaceae: Zypressengewächse, eine Familien aus Bäumen und Sträuchern mit schuppenförmigen Blättern, mit Zapfen, welche klein und holzig oder beerenartig sind, einheimisch ist nur der Wacholder (4 Arten).

 

Fabaceae: Schmetterlingsblütler, in diese Familie gehören viele direkte Nutzpflanzen (Eiweißlieferanten) wie Erbse, Bohne, Linse, Soja, aber auch indirekte wie zur Gründüngung genutzte Stickstoffsammler (Stickstoffanreicherung aus der Luft mittels spezieller Bakterien in den Wurzeln) für arme Böden wie Lupine und Klee. Schmetterlingsblütler bezieht sich auf die Form der Blüte.

 

Lamiaceae: Lippenblütler, eine Familie, in der die Blüten so aufgebaut sind, dass sie sich an der Längsachse spiegeln lassen und eine Unter- und Oberlippe entwickelt haben, die aus der Verwachsung mehrerer Blütenblätter hervorgegangen sind. Die Pflanzen enthalten ätherisches Öl, welches sich in sogenannten Öldrüsen auf der Oberfläche der Pflanzen befindet. Hier zugehören zum Beispiel Thymian, Salbei und Rosmarin.

 

Lauraceae: Lorbeergewächse, eine vielgestaltige Familie, deren sommer- oder immergrüne Arten vorwiegend in subtropischen und tropischen Wäldern verbreitet sind. Die Pfllanzen sind meist reich an ätherischem Öl, z.B. Lorbeer, Zimt.

 

Liliaceae: Liliengewächse, eine Familie der Einkeimblättrigen, mit zwei dreizähligen Staubblatt"kreisen". Zu dieser Familie gehören unter anderem Zwiebel, Knoblauch und Porree.

 

Moraceae: Maulbeergewächse, eine Familie mit Bäumen oder Sträuchern, die Milchsaft besitzen, wichtigste Verteter sind der Maulbeerbaum als Wirtspflanze für Seidenraupen, der Gummibaum als Lieferant des Kautschuk, der Brotfruchtbaum und der Feigenbaum, bei uns heimisch ist der Hopfen, der früher in eine eigene Familie, die Hanfgewächse (Cannabaceae) gehörte, in die auch der Hanf gerechnet wurde.

 

Myristicaceae: Muskatnußgewächse, eine Familie der Tropen mit eher ursprünglichen Merkmalen, z.B. Muskatnuß.

 

Myrtaceae: Myrtengewächse, eine subtropische verbreite Familie aus Holzgewächsen (Sträucer und Bäume) mit ätherischen Öl, z.B. Nelke, Eukalyptus und Myrte.

 

Oleaceae: Ölbaumgewächse, Familie mit Sräuchern und Bäumen mit 4-zähligen, radiären (radförmig angeordneten) Blüten, z.B. Ölbaum, Flieder und Esche.

 

Orchidaceae: Orchideengewächse, Familie mit zahreichen Arten, vile sehr auffällige und als zierpflanzengehaltene Arten, heimisch z.B. Knabenkräuter, Frauenschuh, tropisch z.B. tropische Frauenschuh, Cyripedium, Vanille.

 

Papaveraceae: Mohngewächse, eine Familie mit Milchsaft, Kelchblätter 2, Blütenblätter 4, z.B. Schöllkraut, Mohn.

 

Pedaliaceae: Sesamgewächse, eine tropische Familie aus der Verwandtschaft der Rachenblütler, z.B. Sesam.

 

Piperaceae: Pfeffergewächse, Familie tropischer Bäume oder Stauden, z.B. Pfeffer.

 

Poaceae: Süßgräser, weltweit verbreitete Familie einkeimblättrige Pflanzen, wichtig zur die Welternährung, z.B. alle Getreidearten (Reis, Hirsen, Mais, Weizen, Gerste und viele andere mehr), Futterpflanzen für Tiere (Futtergräser), als Gewürz Zitronengras.

 

Polygonaceae: Knöterichgewächse, eine Familie mit einer stengelumfassenden Röhre am Grunde der Blätter und einer Nußfrucht, z.B. Rhabarber, Buchweizen, Guter Heinrich (alte Gemüsesorte).

 

Portulacaceae: Portulakgewächse, eine Familie mit kleinen Blüten und oft fleischigen Blättern, neben Portulak noch Quellkraut.

 

Ranunculaceae: Hahnenfußgewächse, Familie krautiger, seltener Holziger Pflanzen, hier weit verbreitet, z.B. Waldrebe, Christrose, Schwarzkümmel.

 

Rosaceae: Rosengewächse, eine Familie mit vielgestaltigen Merkmalen und vielen Gattungen, darunter Apfel, Birne, Kirsche, Brombeere, Himbeere, Erdbeere u.a.

 

Rubiaceae: Rötegewächse, eine Familie mit Blattwirteln (Blätter im Kreis auf einer Ebene), z.B. Labkraut, das früher zur Milchgerinnung eingesetzt wurde.

 

Rutaceae: Rautengewächse, Familie mit Ölbehälter in den Blättern, stark duftend, z.B. Weinraute, Diptam, Zitrusfrüchte.

 

Schisandraceae: eine tropische Familie, z.B. Sternanis.

 

Solanaceae: Nachtschattengewächse, eine Familie mit vielen giftigen oder berauschenden Pflanzen (z.B. Tabak, Bilsenkraut, Stechapfel), aber auch Nutzpflanzen wie Paprika, Chili, Tomate und Kartoffel. Nachtschatten (=Albträume) bezieht sich wahrscheinlich auf die halluzinogene Wirkung vieler Vertreter der Familie.

 

Tropaeolaceae: Kapuzinerkressengewächse, eine tropische Pflanzenfamilie mit Kletterpflanzen, die gespornte Blüten besitzen, z.B. Kapuzinerkresse.

 

Violaceae: Veilchengewächse, die Familie besitzt gespornte (Sporn = langer Auswuchs) Blüten, hier nur Veilchen.

  

Zingiberaceae: Ingwergewächse, eine subtropische bis tropische Familie, die zu den Einkeimblättrigen gehört. Das heißt, sie entwickeln nur ein Keimblatt und besitzen dreizählige Blüten (3, oder vielfache davon, Blütenblätter usw.). Hierzu gehören Ingwer, Kardamom und Kurkuma

 

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