Botanisch: Pimpinella anisum (Doldenblütler)

Anis stammt aus dem östlichen Bereich des Mittelmeers, wo der süße Kümmel, wie der Anis auch genannt wird, bereits vor 3500 Jahren in Schriften erwähnt worden ist. Die Ägypter verwendeten die Blätter und Samen als Nahrung, für Getränke und als Medizin. Anis breitete sich über das gesamte Mittelmeergebiet aus und gelangte später durch Mönche nach Mittel- und Nordeuropa. Ein paar Körner nach der Mahlzeit zu essen war im Orient eine weit verbreitete Sitte und die Römer aßen nach der Mahlzeit einen speziellen Aniskuchen als Nachtisch.
Karl der Große verbreitete Anis durch ein Edikt über sein ganzes damaliges Imperium. In England wurde Anis besteuert. Jacobus Theodurus Tabernaemontanus schreibt 1529 über den Anis: "Es wird der Aenissaamen heutiges Tages bey uns Teutschen / wie bey den Alten nicht allein in der Arztney / sondern auch in der Speiß gebrauchet. Unserer Weiber backen den ins Brodt / und machen das Zuckerbrodt Biscoct genannt / darmit /..."
Anis gehört zu den Doldenblütern, die spezielle Harzkänale aufweisen, welche die ganze Pflanze durchziehen und in denen ätherische Öl vorhanden sind. Dadurch sind alle Pflanzenteile aromatisch, wobei die Samen besonders viel ätherische Öl aufweisen und deshalb zum Würzen oder als Arznei verwendet wurden und werden.
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