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Dill
Botanisch: Anethum graveolens (Apiaceae)
Allgemeines: Bereits die Ägypter und Römer verwendeten den Dill, der im Mittelmeergebiet und Vorderasien heimisch ist, als Gewürz- und Heilpflanze. Die Ägypter gebrauchten ihn gegen Kopfschmerzen und zur Beruhigung und die Griechen gegen Schluckauf. In der Bibel wird Dill zusammen mit Minze und Kümmel erwähnt, als Jesus gegen die Pharisäer predigt, da sie den Zehnt von Dill, Minze und Kümmel verlangen (Matthäus 23.23). Bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. soll Dill nach Mittel- und Nordeuropa gelangt sein, zu Zeiten Karls des Großen gehörte er jedenfalls in jeden Garten der Pfalzen.
Im Mittelalter legten sich die Bräute in einigen Regionen Dillzweige in die Schuhe auf dem Weg zum Traualtar, die ihnen Kraft geben sollten für den Kampf in der späteren Ehe. Damals galt Dill im Wein als potenzsteigerndes Mittel, allerdings hatte Jacobus Theodurus Tabernaemontanus später eine andere Meinung: "... / die so kinder zu zeugen begehren / und auch sonsten den ehelichen Werken ungeschickt sind / die sollen des Dills müßig gehen / und in ihren Speisen nicht gebrauchen / ... ." Er pries ihn allerdings für den Küchengebrauch an: "Und ist zwar der das Dillkraut und sein Saamen noch heutigen Tags in unseren Küchen des Teuschlandes sehr gemein / und den Armen ein nützliche Würz. ... Mit dem Saamen ... / so brauchen ihn auch die Weiber zum Kappiskraut / wann sie über das Jahr zu brauchen einsaltzen / ... / sondern er benimmt auch die Windigkeit / ... . ... In Suma unsere Weiber und Köch können des Dills in ihren Küchen keineswegs entbehren." In Nordamerika sollen während längerer Predigten den Kindern Dillsamen zum Kauen gegeben worden sein, damit sie während dieser Zeit still blieben.