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Kümmel
Botanisch: Carum carvi (Apiaceae)
Allgemeines: Kümmel ist das älteste bekannte Gewürz in Mitteleuropa, denn Kümmelreste wurden in den Herdstellen vorgeschichtlicher Pfahlbauten gefunden. Kümmel ist einheimisch und besonders auf Gebirgs- und Mittelgebirgswiesen verbreitet. Die Römer hielten Kümmel für so wertvoll, dass sie ihn von Sklaven bewachen ließen. An den Rastplätzen der großen Seidenstraße fanden sich Kümmelreste. Im Mittelalter sollte ein um den Hals getragener Beutel mit Kümmel vor Hexen und bösen Geistern schützen. Es kommt durch die Namensähnlichkeit von Kümmel und Kreuzkümmel vielfach zu Verwechselungen der beiden Arten.
Jacobus Theodorus Tabernaemontanus über den Kümmel: "Es ist der Matkümmel fast in allen Nationen Europæ, sonderlich aber in unserm Teutschland mehr gebräucherlicher / ja auch fast nützlicher in seiner Acht / als einige Specerey oder Gewürz / so man aus Arabien oder Indien zu uns bringet. Die Köch bedörffen dessen in der Küchen / zu Fischen und Fleisch / und ist wahrlich der Kümmel ein edel und nutzlich Condiment zu den Fischen / ... / derwegen die Hausmütter und Köch wol daran thun / daß sie die Fisch und Krebs mit dem Matkümmel absieden/ ... ."
Im elisabethanischen England erfreute sich Kümmel großer Beliebtheit, geriet dann etwas in Vergessenheit und gewann erst durch die Heirat des deutschen Prinzen Albert mit Königin Victoria wieder an Bedeutung. Die Samen können, wie bei vielen Doldenblütlern üblich, erst im zweiten Jahr geerntet werden.